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Dozent: Dr. Andreas Brüch

Einführung in die SaAmAkupunktur: Koreanische Vier-Nadel-Technik

Die SaAm-Akupunktur wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von einem buddhistischen Mönch in Korea entwickelt. Aufgrund seiner hohen Wirksamkeit und leichten Anwendbarkeit ist sie heute der von den meisten Therapeuten in Südkorea angewendete Akupunkturstil. Im Westen ist die Methode kaum bekannt und wird bisher nur selten unterrichtet.

Die SaAm-Akupunktur integriert die Lehre der Fünf Elemente mit dem Ansatz der Sechs Qi (liu qi) als klimatische Faktoren. Das Konzept der Sechs Qi wird im Neijing SuWen Kapitel 68 erläutert. Der besondere Ansatz der SaAm-Akupunktur ist, Krankheiten als Ungleichgewicht innerer klimatischer Faktoren zu interpretieren und diese zu harmonisieren. Die 12 Hauptmeridiane werden dabei in die drei Faktoren Feuchtigkeit (trocken vs. feucht), Temperatur (kalt vs. heiß) sowie die energetische Bewegungsrichtung von Licht und Luft (nach innen vs. nach außen) unterteilt.

Grundidee ist, pathogene Einflüsse jeweils durch die Energie eines Meridians mit entgegengesetzten klimatischen Eigenschaften auszugleichen.

Jedes SaAm-Behandlungskonzept besteht aus einer Kombination von vier Punkten, die nach dem Prinzip der Fünf Wandlungsphasen aus den 60 Transport-Shu-Punkten ausgewählt werden. Für jeden der 12 Hauptmeridiane gibt es eine Tonisierungs- und eine Sedierungsmethode, so dass sich 24 grundlegende Strategien ergeben.

Neben der Sichtweise des klimatischen Modells können mit der Vier-Nadel-Strategie auch Erkrankungen behandelt werden, die man im Sinne der chinesischen Medizin entweder als Zang/Fu-Syndrome oder leitbahnbezogene, regionale Beschwerden klassifizieren kann. Außerdem bietet die SaAm-Methode auf Basis des Modells der Sechs Qi ein gut verständliches Konzept für psycho-emotionale Probleme.

Dadurch ergibt sich insgesamt ein sehr breites Behandlungsspektrum.

Die SaAm-Akupunktur lässt sich in jedes Akupunktur-Modell problemlos integrieren. Sie können beispielsweise die SaAm-Punktkombination als konstitutionelle Basis verwenden und dazu ergänzend Punkte nach TCM- oder japanischer Methode wählen, die mehr auf aktuelle Symptome abzielen oder die Pathologie des Patienten aus anderer Perspektive ansprechen.

 

Kursziel:

  • Theoretische Grundlagen und klinisches Verständnis der SaAm-Akupunktur
  • Theorie der Sechs Qi als klimatische Faktoren
  • Konzept der ausgleichenden Meridianpaarungen
  • Die 12 sedierenden und 12 tonisierenden Punktkombinationen
  • Spezielle SaAm-Nadeltechniken
  • Psychoemotionales Modell nach Dr. Kim, Hong-Gyeong: die Geist-Pfad-Meridiantheorie
  • Hauptindikationen der 24 Behandlungsstrategien
  • Kombination der SaAm-Akupunktur mit anderen Akupunkturmethoden oder -stilen
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    Nach dem Einführungskurs haben Sie ein Grundverständnis der koreanischen SaAm-Akupunktur entwickelt und können die Methode unmittelbar in Ihrer Praxis umsetzen.

     

    Dozenteninfo

    Dr. Andreas Brüch arbeitet seit 2008 als Heilpraktiker in Olching bei München in eigener Praxis. Er promovierte in Psychologie, forschte und publizierte über Verhalten und Kommunikation in asiatischen Kulturen, arbeitete als Personalreferent und psychologischer Gutachter. Seine Grundausbildung in chinesischer Medizin, Akupunktur und Arzneimitteltherapie sowie japanischer Meridiantherapie erhielt er am European Institute of Oriental Medicine (München). Seit 1996 unternimmt er regelmäßige Aufenthalte in Südkorea zum Erlernen von Qigong und traditioneller Medizin. Von 2004 bis 2010 absolvierte er eine Ausbildung in koreanischer Handakupunktur am Koryo Sujichim Institute in Seoul. Weitere Fortbildungen und klinische Hospitation erfolgten bei verschiedenen Lehrern und Ärzten koreanischer Medizin unter anderem an der Kyung Hee University in Seoul und der Busan National University.

    Andreas Brüch ist Autor von „Lehrbuch SaAm-Akupunktur: Koreanische-Vier-Nadel-Technik“ herausgegeben im Verlag Müller & Steinicke. Er unterrich­tet SaAm-Akupunktur in Deutschland und weiteren europäischen Ländern