ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Tuina Anmo – Ausbildung – 2020/21

Tuina Anmo gehört zu den ältesten, noch praktizierten manuellen Therapien und wird als eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin betrachtet.

Schriftliche Erwähnungen zu Tuina finden sich schon im Klassiker des gelben Kaisers Huang Di Nei Jing.
Im Vergleich zur Akupunktur, der Arbeit mit der Nadel, werden in der Tuina-Therapie verschiedene manuelle Techniken angewendet um spezifische Reize auf den Körper zu übertragen.
Beispiele für diese Techniken, die in Modul 1 gelehrt und eingeübt werden, sind:

Reiben – Mo,
Schieben – Tui,
Pressen – An,
Kneten – Rou,
Rollen- Gun,
Vibrieren – Yizhi chan,
Kneifen – Na,
Klopfen – Ji,
Schütteln- Dou Fa
Dehnen –Bashen
Klatschen- Pai

Ausserdem gibt es direkte Manipulationstechniken für die Wirbelsäule und die Gelenke. Diese sind den Methoden der modernen Chiropraktik ähnlich. Verglichen mit der westlichen Massage, die sich vor allem auf die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates konzentriert, beeinflusst die Tuina-Therapie den gesamten menschlichen Organismus und kann dabei helfen, ein gestörtes Gleichgewicht auf mehreren Ebenen wieder herzustellen.

Mit Hilfe der Tuina-Therapie werden die vitale Energie (Qi) und das Blut aktiviert und in ihrer Zirkulation durch den Körper unterstützt. Muskeln und Gelenke werden entspannt, Körperfunktionen reguliert und mobilisiert und Schmerzen können gelindert oder sogar gestillt werden.

Die Tuina-Therapie unterstützt die Heilung von verletztem Gewebe und kann diese beschleunigen. Dem Einsatz der Tuina-Therapie geht immer eine Diagnose gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) voraus.
Die Behandlung wird auf Grundlage des Meridiansystems an den Akupunkturpunkten und entlang der Leitbahnen durchgeführt. Auch die Auswahl der behandelten Akupunkturpunkte erfolgt nach den diagnostischen Grundprinzipien der TCM.

Neben den klassischen Hauptmeridianen werden die sogenannten tendinomuskulären Meridiane(TMM) mitbehandelt. Dabei handelt es sich um Erweiterungen der Hauptmeridiane, die Muskeln und Faszienstrukturen durchlaufen und versorgen. Die Grenzen der Tuina -Behandlung liegen dort, wo ein Notfall schulmedizinische Behandlung oder einen chirurgischen Eingriff erfordert oder die Schädigung eines Gewebes so stark ist, dass keine Regeneration mehr möglich ist.

Theorie im Grundlagenstudium, Recht und Berufskunde 10UE.

Praktischer Teil:
Diagnostische Grundlagen 25 UE
Erlernen der Behandlungstechniken 50UE, inkl. einfacher manueller Techniken
Standardbehandlungen und Behandlungen des gesamten Körpers 30UE
Einfache Krankheitsbilder behandeln 20UE
Übungen für Therapeut und Patienten 5 UE
Eigenstudium der Techniken 20 UE

 

Lernziele:

Allgemeines Verständnis der Tuina Therapie
Erfassen von Indikationen und Kontraindikationen
Kenntnisse der rechtlichen Situation
Abrechnungsmöglichkeiten
Erlernen der Grundtechniken und deren Variationen am Bindegewebe sowie am passiven und am aktiven Bewegungsapparat
Erlernen der fachgerechten Anwendung der Tuina-Therapie mit sicherer Umsetzung der Grundtechniken am Patienten
Erlernen der Tuina-Massage an unterschiedlichen Körperarealen
Erlernen von Behandlungsabfolgen
Vertiefung des Verständnisses von Einzeltechniken und deren Einbau in den Ablauf von Standardbehandlungen
Einsatz von einfachen mobilisierenden Techniken
Diagnostik
Erarbeitung von therapeutischen Konzepten bei ausgewählten Erkrankungen

Der Kurs ist zu 80 Prozent praktisch ausgelegt.